Museumsnacht 2010
Nächtlicher Streifzug mit Dix, Strand und Mee(h)r
12. Museumsnacht lockte 2.500 Nachtschwärmer zum Bummel durch die Otto-Dix-Stadt
2.500 Museumsbummler zogen zur Museumsnacht am 04. September 2010 bis kurz nach Mitternacht durch Ausstellungen, genossen die vielfältigen Programme und die entspannt interessante Atmosphäre einer lehrreichen und unterhaltsamen Nacht. Bereits zum 12. Mal öffneten die Museen und viele weitere Kultureinrichtungen und Ausstellungsorte zwischen 19.00 Uhr und 01.00 Uhr ihre Pforten. Oberbürgermeister Dr. Norbert Vornehm eröffnete den abendlichen Streifzug durch die Geraer Kulturlandschaft im künftigen Kunsthaus, der ehemaligen Landeszentralbank. Neugierige Besucher strömten durch das Gebäude, ließen sich bei Führungen den geplanten Umbau erläutern oder betrachteten die Kunst, die von Künstlern der Kunstschule Gera e.V. und der Kunstzone M1 in den Räumen ausgestellt war.
Einen musikalischen Höhepunkt bot im Kunsthaus das Konzert der Jenaer Gruppe „Feindrehstar“, präsentiert vom Jazzclub Gera e.V.
Nur einige Schritte vom neuen Kunsthaus entfernt drehte sich rund um die Kunstsammlung in Untermhaus dieses Mal alles um Dix und Mee(h)r. Sozusagen zum Strandausflug lud die Ausstellung „Sachsen am Meer“ in die Orangerie ein. Eines der Gemälde, „Sieben im Boot“ von Peter Graf, wurde mittels Akt-Modell, Plüschschaf, Gummitieren und interessierten Besucher in einer lustigen, surrealen Szenerie nachgestellt. Im Küchengarten unterhielt das „Ahoi-Ahoi-Orchester“ mit Seemannsliedern, während der Schiffsmodellsportverein seine Boote zur romantischen Regatta im Brunnen zu Wasser ließ. Im Otto-Dix-Haus gab die Sonderausstellung für eine Nacht unter dem Titel „es schäumt das Meer“ einen speziellen Einblick in den Sammlungsbestand, und Gucklöcher, so genannte Peepholes, lockten zum „Badespaß in der Kinobox“. Die Marienkirche war um 19.00 Uhr gut besucht als Horst Fascher, Gründer des legendären Star-Club Hamburg, aus seinen Erfahrungen und Erinnerungen an die Rockszene der 60er Jahre berichtete und der Geraer Musiker Andreas Geffarth seine Anekdoten dazu passend musikalisch begleitete. Viele begeisterte Zuhörer kamen auch zum Orgelkonzert und der Musikperformance des Multi-Instrumentalisten Alan Torres. Während die einen sich im Dix-Haus bei Konservator Ulrich Pfeifer zur Bild-Veredlung informierten, schwangen andere das Tanzbein beim Boogie-Woogie der Band „Ludwig & Joe“ auf dem Mohrenplatz.
Im Stadtmuseum konnten die Besucher den zweiten Teil der Dauerausstellung durchstöbern oder in der Sonderschau „Auf älteren Fotos sieht man viel jünger aus“ Momentaufnahmen von Geraer Stadtfeste und anderer Feiern von 1960 bis 2010 betrachten. Wer in der Sonderausstellung „Von der Stadtwache zur Olympiade“ von der Schützentradition in Gera inspiriert wurde, der könnte an einer Laser-Schießanlage gleich seine eigne Treffsicherheit ausprobieren. Passend zum Motto des Hauses „Feste und Feiern“ bot Unterhaltung für Auge - mit dem Showtanzmix auf der Eingangstreppe, für die Lachmuskeln - mit den Woesner Brüdern und ihrer Hommage an die legendären Ost-Komiker „Herricht und Preil“ und fürs Ohr - mit Mitternachtskonzert des Geraer Musikers Lutz Geißler..
Zerbrechliches stand im Museum für Angewandte Kunst im Mittelpunkt, nämlich die beiden Sonderausstellungen zum Jubiläum „250 Jahre Thüringer Porzellan“. Hans Schneider, Porzellanmaler aus Berufung, führte seine hohe Kunst vor. Wer dabei Lust bekam, seine eigenen Designerqualitäten auszuprobieren, konnte selbst sein individuelles Dekor auf Kaffeebechern gestalten. Viele junge und jung gebliebene Gäste kamen zum Familienkonzert „Als die Vögel singen lernten“ und hatten viel Freude daran, Waldkönigin und Blütenfee dabei zu helfen, den Vögeln eigene Lieder zu schenken und im Wald für Wohlklang zu sorgen. Dass ein Elefant im Porzellanladen nicht unbedingt für Scherben sorgt, bewies Jochen, der sprechende Elefant, der vorsichtshalber aber nur in den Museumshof vorgelassen wurde. Zum Ausklang des Abends sorgte das Konzert des bekannten Geraer Songwriters und Gitarristen Andreas Geffarth für einen letzten Ansturm.
Im Museum für Naturkunde erlebten die Besucher Kabarett und Krimi-Lesung, lauschten den Weisheiten und Liedern des „Gelehrten Bauern“ und verfolgten fasziniert die naturkundlichen Experimente des Professors Müller. Im Kinderkabinett bestaunten die kleinen Museumsbummler Schmetterlingsflügel, Spinnenbeine und andere Meisterwerke der Natur vielfach vergrößert unter dem Mikroskop. Die Vielfalt von Gehölzen und Bäumen stand im Museumshof im Mittelpunkt. Die Geraer Gehölzfreunde erklärten welche Bäume artspezifisch von Insekten und Pilzen befallen werden und gaben dabei auch Tipps für den eigenen Garten. Um Mitternacht lud dann der Bierbrauer Manfred Lemke die Besucher in die Höhler zur Führung durch Geras unterirdisches Labyrinth.
Die Bundesbeauftragte für Stasiunterlagen, die Gedenkstätte im Torhaus, die Stadt- und Regionalbibliothek, der Kunstverein, das Straßenbahnmuseum der Geraer Verkehrsbetriebe, Haus Schulenburg, das Schulmuseum, Sternwarte, Kulturbund und der Rathausturm waren als weitere Ausstellungsorte und interessante Stationen der nächtlichen der Kultur-Tour beteiligt und erfreuten sich ebenso zahlreicher Besucher.
Vielen herzlichen Dank an alle Mitwirkenden und Danke auch an die vielen kleinen und großen Nachtschwärmer dieser 12. Geraer Museumsnacht.
Bildergalerie - Impressionen der Museumsnacht 2010
Bildergalerie - Vorschau aufs Programm

- Dr. Paul Kaiser, Kurator der Ausstellung „Sachsen am Meer“ lädt Besucher um 21.30 Uhr zur Führung ein.






















































